Die verschiedenen Arten der Arbeitsgesänge. i q ^ Nr. 36. i 3 -r I. Als ich noch hat - te zwei lie - be Schwe-stern, I f-q-T»- Die bei - de We - be - rin - nen; 2. Als beide webten Die feine Leinwand Auf neuen Webestühlen; 3. Die Stühle klappten, Die Kämme blitzten, Da sangen beide lieblich: 4. »O schweiget stille, Ihr reichen Leute, Von uns, den beiden Armen! 5. Wenn fort ich ziehe Aus diesem Dorfe, Da lass ich euch ein Räumlein. 6. Wenn fort ich ziehe, Ausführ' das Kästlein, Da lass ich euch ein Plätzchen. 7. Säet nicht Rauten An Kästleins Stelle, Noch pflücket oder jätet. 8. In meine Stelle Dingt ihr ein Mädchen, Müsst theuern Lohn bezahlen. 9. Wenn fort ich ziehe An hundert Meilen, Wohl über Meer und SeeD, 10. Wohl über Meere Und See und Wasser, Da wächst ein' grüne Linde. 11. Die Linde wächset, Die Blätter grünen, Der Wipfel schwanket leise. 12. Ach Gott, ach wehe, Du liebes Gottchen, Wie elend meine Tage! 13. Elender wohl noch Als Meeresfischlein Im Grunde der Gewässer!« Eine interessante Uebertragung der Spinnstuben- sitten finden wir bei den Spitzenklöpplerinnen im sächsischen Erzgebirge. Auch diese besitzen Zählreime, die benutzt werden, »um den Fleiss der Arbeitenden anzuspornen, indem nach den Taktver- hältnissen der Verse die Nadeln gesteckt werden.«