127 Diese Erinnerungen beziehen sich auf die Freuden am • Gänsebergei ' in der Fischerei<, welche mit dem >Dubina < genannten Sladttheil den Sitr. des eigentlichen Leitmeritzer Dialccles bildet. In der >Fischerei < verkehrten sehr gern - wie man noch an mancher wälschen Gesichtsbildung dort wahrnehmen will - die Soldaten der italienischen Regimenter welche bis 1866 in der nahen Garnison Theresienstadt lagen (die beiden letzten Regimente1· hatten die Ergänzungsbezirke i\lonselice und l\Iailand). Schon Yor einem Yiertc\jahrhundert aber wai· cicca in dem angegebenen Sinne bei den Ilalicncrn ein seht· gewöhnliches \Vorl: -es isl das franz. chique, »Kautabak<, und sie haben es gewiss rnn französischen Soldaten Dcler Seeleuten gelernt. Ob auch die Gassenbubcn rnn Theresiensladl für den ihnen so hoch inlc1·essanlen Artikel das Wort Tsc!ticlc gebrauchen, weiss ich nicl1L; jedenfalls sagen sie Bago, eins hcissl die Soldaten der ungarischen Regime11lc1· haben 11ier ih r ba,r76 zurückgelassen, ebenso wie zu Prag, wo die um das Theater herumlungernde Jugend sich auf die weggeworfenen gl immenden Cigarren mit den Wo1'len slül'zl: kouloti, tcmt letf b aga! Komml unsere l\Iilitärgeschichle in Vergessenheit, dann sind hier auch dem Linguisten die Pfadspuren vci·wehl. So, mit diesen >Yerba caslrensia « sei die im YOJlen Sinne ll'iYiale Gelel1rsamkeil ganz zu Ende. Wenn auch ein so reichhaltiger Nachtrag wie ich ihn liefern könnle. überhaupt am Plalze wäre. so \\·ürde ich doch da\'011 Abstand nehmen. Darzulegen wie sehr mein Wissen Stückwerk gewesen isl, wiirc für mich seihst ein etwas melaneholischC's Vergnügen: ,\ncle1·e mögen das mit g1·össcrct· Cienuglhuung besorgen. Xoch unel'l'reuliche1· wirkt. da man am ersehnten Ziel angelangt isl. clic Betrachtung aller der L'nYollkommenheit, Unsicherheit und Ungleicbmässigkeit welche lrnlz der grösslen Sorgfalt dem gesammelten Kleinwerk anhaftet und bei der Schl'eihung clet· citirl<>n Fonnen und Sitze. wo sie besonders slört) besonders unvermeidlich war. und diese pessimistische Stimmung wendel sich f'asl gegen die Wissenschan selbst. das J1eissl gegen eine Disciplin welche uns keinen festeren und freieren Schritt gönnt. Ja. ciue linguistische Wanderung wie die welche ich hinter miL' habe, ermiidel nichl tlesshalb so seht· weil man eine \\irklich weil e St1·eckc Zlll'iicklcgf, sondern weil man unaufhörlich clie Heerslrasse verlassen und nach alle11 Seilen hin Einzelnheiten nachgehen muss, rnil Gefahr sich an jedem Dome zu L'itzen , iibe1· jeden Slcin zu slolpern . .i\Ian bewegt sich in einen1 Thalweg mil wechselnden u11cl beschl'ä11klc11 Ansichlcn und sehnt sich aus ihm hinauf' 11acll ei11c111 ·weilen H.undblick. Soll ich am Schlusse wieclel' in jene allgemeinen wisscnschal'lliclH'll Rclrachlungen einlenken mil denen ich begonnen habe"? Nein, ich kön11lt' meine Ülwrzcugu11g. wckhe ührigc'ns schon