87 sondern allgemein fördernd, schafft innern Reichthum und liefert den andern Seelenkräften Nahrung. * ) Die Jugend­ zeit ist eben die Zeit der Aneignung, des Lernens. „Was ihr dem lockern Grund einpflanzt, wird Wurzel schlagen; Was ihr dem zarten Zweig einimpft, wird Früchte tra­ gen." Allerdings darf man dem Gedächtniß nicht zu viel zumuthen; nicht zu viel aufladen. Man treffe eine sorg­ fältige Auswahl der zu memorirenden Lesestücke; man lasse jährlich höchstens 20—30 auswendig lernen; man wähle dazu die gediegensten, reichsten, nicht umfängliche. Aber dann sei man streng irr den Anforderungen an das Ge­ dächtniß und vergesse die Hauptsache nicht: die Wieder­ holung. Es ist kaum nöthig, nochmals zu bemerken, daß das, was unten in zusammenhängender Darstellung, die bloß den Gang der Besprechung zeigt, folgt, vom Schüler selbst gesucht, gefunden, ausgesprochen und zu­ sammenhängend dargestellt werden soll. Der Lehrer hat dein Schüler bloß durch „einige Kernfragen und Aufgaben, welche denselben mitten in die Sache versetzen, die Leuchte zu reichen, bei welcher er sieht, was er sehen soll." Nur dieser wechselseitige, geistig lebendige Verkehr zündet, wärmt, hebt, weihet. Grundlage: Lesebuch für die Mittelklassen schweizerischer Volksschulen v. Tschudi. *) Auswendig lernen sei, mein Lohn, dir eine Pflicht! Versäume nur dabei inwendig lernen nicht! Auswendig ist gelernt, was dir vom Munde fließt, Inwendig, was im Sinn lebendig sich erschließt. (^Rückert.)