6 Verfassung der Menschen, sagt ein seiner Beobachter. bemerken Eltern bald eine Schule wenn sie „Die an ihren Kindern, den Einfluß m welcher durch besuchen, eine einsichtsvolle Zucht der Zunge für die Sprache gehörig gesorgt wird." terlicher Wo Beharrlichkeit der Lehrer darauf nicht daß hält, unerschüt­ mit die Schüler reden in wohlgefügter, unverstümmelter Rede, da ist bei diesen stumpfes, ein da ist keine widriges, Geistesentsesselung, Wesen; gedankenloses keine Befreiung. Auch erwirbt sich so der Schüler nicht ein bestimmtes sicheres Wissen, das er sein Eigenthum nennen, über das er be­ liebig schalten und walten kann; rechte Frucht des es geht ihm somit die Schulunterrichtes verloren. Mancher Lehrer würde oft zu seinem Erstaunen erfahren, wie wenug seine Schüler toix dem Gelehrten eigentlich begriffen, wenn er sie anhielte, in klaren, bestimmten Worten Rechenschaft zu geben. Bekanntlich weiß aber der Schüler nur das Nur durch die ver­ recht, was er recht zu sagen weiß. langte selbständige mündliche Darstellung kommt er in Veit bewußten Besitz bestimmter Erkenntnisse, denn erst im Wort und durch dasselbe beherrscht er die Sache, wie ja auch Adams geistige Herrschaft über die Natur erst da ansing, als er die von Gott ihm vorgeführten Thiere benannte; und im Gefühl, etwas bestimmt und sicher zu wissen, hat die geistige Quelle. Frische, Munterkeit und Strebsamkeit ihre „ Die Schüler die Gegenstände selbst vortragen lassen, ist tausendmal besser, als bas ewige Sprechen des Lehrers. Die Lehrer, die an der Sprechsucht leiden, sind die allerschlechtesten, die es gibt. Unselige Manier, die Schüler lodt zu sprechen." (Diesterweg.) „O wenn Jüng­ linge wüßten," sagt Herder in seinen Schulreden, „wie schön, wie reizend es sei, wie sie sich in einer liebens-